Narben - Entstehung & ästhetische Behandlung | H-Praxis Köln

Narben – Entstehung und ästhetische Behandlung

27. März 2014


Viele Menschen haben durch Verbrennungen, Unfälle oder Operationen Narben davongetragen. Befinden sich diese an sichtbaren Körperstellen oder entspricht die Narbenbildung nicht den ästhetischen Vorstellungen, werden Narben als störend und belastend empfunden. Abgesehen von diesen ästhetischen Problemen vermögen Narben auch wichtige Funktion wie beispielsweise die Dehnbarkeit der Haut über den Gelenken einzuschränken. Heutzutage beginnt man mit einer vorausschauenden Narben Behandlung bereits während der Phase der Wundheilung. Diese wird zwar eine Narbe nicht verhindern können, sie kann aber die Narbenbildung in Hinblick auf Aussehen und Funktionalität deutlich positive beeinflussen.
Größe, Form und Farbe einer Narbe hängen von verschiedenen Faktoren ab. Je jünger ein Mensch ist, desto schneller heilen Wunden. Im Alter wird die Haut dünner, die Fettschichten nehmen ab, ebenso die Kollagenfasern und die elastischen Fasern. Die Durchblutung, und damit die Versorgung mit Sauerstoff und Nährstoffen, gehen zurück. Insgesamt führen diese Veränderungen dazu, dass die Haut älterer Menschen dünn und weniger elastisch ist Darum ist die Haut jetzt leichter verletzbar und Wunden heilen langsamer. Jüngere Menschen neigen dagegen bei Verletzungen dazu, mehr Bindegewebe zu produzieren, als notwendig wäre. Dadurch entstehen in der Folge oft größere und dickere Narben. Auffällige Narben können aber auch erblich bedingt sein. Menschen afrikanischer und asiatischer Abstammung neigen eher zu einer überschießenden Neubildung von Bindegewebe. Das kann zur Ausbildung von hypertrophen Narben und Narbenkeloiden führen.
Die Gestalt einer Narbe kann auch davon abhängen, auf welchem Körperteil die Narbe liegt. Narben auf Körperteilen, die häufig bewegt und angespannt werden, unterliegen einer ständigen Zugspannung. Das ist z.B. über Gelenken, am Rücken oder der Schulter der Fall. Bei der sekundären Wundheilung heilen die Wunden offen und bilden in der Regel auffälligere Narben, z.B. bei Verbrennungen und Bisswunden. Kommt es bei der Wundheilung zu einer Infektion, so ist das Risiko, eine auffällige Narbe zu entwickeln, deutlich höher. Wundinfektionen führen zu einer verzögerten Wundheilung.
Ein ästhetisch-plastischer Eingriff kann die Narbe nicht vollständig entfernen. Mit den entsprechenden Verfahren können aber gute Ergebnisse erzielt werden, um das Aussehen der Narben zu verbessern. Narbenkorrekturen für Dr. Simone Hellmann vorwiegend ambulant in ihrer Belegklinik durch. Bei größeren operativen Vorhaben in Vollnarkose ist mit einem stationären Aufenthalt von 1-2 Tagen zu rechnen.
Die jeweilige Therapie- oder Operationsform hängt von der Art der Narbe ab.

1) Keloide
Als Keloid wird ein juckendes, wucherndes, rötliches oder dunkel aussehendes Narbengewebe bezeichnet, das über die eigentliche Narbengrenze hinauswächst. Keloide treten bevorzugt an Ohren, Schultern und im oberen Brustbereich auf. Die Behandlung durch regelmäßige Cortison-Injektionen in das Keloid Gewebe vermindert die Beschwerden und kann zur Verkleinerung führen. Reicht Kortison nicht aus, wird das Gewebe operativ entfernt. Da Keloide immer wieder auftreten können, werden oft kombinierte Verfahren wie eine operative Entfernung mit einer Injektionsbehandlung oder Bestrahlung angewendet. Druckverbände können alleine oder in Kombination mit Silikonfolien das Wiederauftreten verzögern.

2) Hypertrophe Narben
Hypertrophe Narben ähneln in ihrem Aussehen Keloiden, wachsen jedoch nicht über die Narbengrenze hinaus. Durch eine Behandlung mit Cortison Injektionen kann die Selbstheilungstendenz unterstützt werden. Alternativ können hypertrophe Narben mit einem unauffälligen Hautschnitt und anschließender, regelmäßiger Injektionsbehandlung entfernt werden.

3) Kontrakturen (Versteifung)
Verletzungen der Haut, die zum Verlust von Gewebe führen wie beispielsweise Verbrennungen, können eine feste und zusammengezogene Narbe erzeugen. Diese wird als Kontraktur bezeichnet. Zur operativen Behandlung wird eine Entfernung der Kontraktur mit Deckung des Defekts durch eine Hautlappenplastik oder ein Transplantat notwendig. In den letzten Jahren habt sich allerdings auch das Verfahren des Medical Needling in der Therapie atropher und hypertropher Verbrennungsnarben etabliert. Beim Medical Needling wird ein Roller mit 1,5mm, 2mm oder – als Eingriff in Vollnarkose – 3mm (je nach Ausmaß des verbrannten Areals) langen Nadeln über das vernarbte Gewebe bewegt. Die so herbeigeführten Mikroverletzungen regen den Selbstheilungsprozess der Haut an. Neue Hautzellen werden produziert, ebenso erhöht sich die Kollagenproduktion und die Haut wird wieder elastischer und glatter. Nach kurzen Heilungsphasen kann das Verfahren mehrmals angewandt werden. Beim Medical Needling entstehen keine neuen Narben, jedoch hat das Needling keinen Einfluss auf eine Hypopigmentierung der Haut.

4) Narben im Gesicht
Im Gesichtsbereich werden Narben oft als ästhetisches Problem betrachtet. Es werden verschiedene Verfahren eingesetzt, um die Narben so unauffällig wie möglich zu machen. Liegt die Narbe quer zu den natürlichen Hautlinien, kann mittels der sogenannten ‚Z-Plastik‘ eine Verbesserung erbracht werden. Liegt die Narbe nicht so günstig, wird mit einem hoch-frequenten Schleifgerät die oberste Hautschicht entfernt. Durch die Dermabrasion wird die Haut geglättet, die Narbe jedoch nicht völlig unsichtbar gemacht. Auch im Gesicht stellt das Verfahren des Medical Needling eine optimale Behandlungsmöglichkeit zur Narbenbehandlung dar. Hierbei kann die Narbe ganz gezielt mit einem Roller oder einem sog. Nadel-Stempel behandelt werden.

Insgesamt gesehen ist eine Narbenkorrektur bei qualifizierten Fachärzten eine komplikationsarme Operation mit einem hohen Grad an Effizienz und Sicherheit. Wie bei jeder Operation können nach einer Narbenkorrektur Blutergüsse und Schwellungen vorkommen.
Wir unterstützen Sie gerne in Hinblick auf eine Narbenbehandlung. Welche Behandlungsmethode für Sie die richtige ist, erfahren Sie in einem Beratungsgespräch in der H-Praxis in Köln.

[Gesamt:0    Durchschnitt: 0/5]
Bewertung wird geladen...
 
 
Impressum
Blog
Kontakt


© 2017 H-Praxis, Simone Hellmann